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Viren und Antivirenprogramme

Viren sind kleine zerstörerische Programme, die man meist erst erkennt, wenn sie ihre Arbeit getan haben, also der Rechner lahm gelegt ist oder wichtige Daten verschwunden oder korrupt sind. Sie heften sich meist an Programme (*.EXE, .COM und DLL’s), Dokumente (.DOC) und/oder nisten sich in Bootsektor oder Hauptspeicher ein.

Definitionen

Computerviren sind ausführbare Programme, für die die Fähigkeit der Selbstreproduktion über ein Wirtsprogramm besonders charakteristisch ist (daher auch die Analogie zu ihren biologischen Namensvettern). Unabhängig von der Selbstreproduktion verfügen Viren über eine Wirkfunktion, in der Literatur auch als Fracht bezeichnet. Bei einigen Viren ist die Wirkfunktion leer oder nur als Gag implementiert.
Eine Spezialität von Viren sind sogenannte Boot(sektor)viren. Diese sind nicht spezifisch auf ein Betriebssystem ausgerichtet, da sie bereits beim Starten der Maschine (Bootloader des BIOS) aktiviert und in den Speicher geladen werden.

Makroviren sind in der Makrosprache (z.B. Office 97) eines Anwendungsprogrammes geschriebene Routinen. Diese Makroroutinen sind in den zu bearbeitenden Text, einer Tabelle oder ähnlichem für den normalen Anwender meist unsichtbar eingebettet. Der Anwender aktiviert diese Routinen automatisch, wenn er den Text – oder Tabelle - mit dem entsprechenden Anwendungsprogramm bearbeitet, lädt oder speichert.

Trojanische Pferde sind Programme bzw. deren Teile, die nicht offensichtliche Nebenfunktionen in Relation zu ihrem angeblichen Zweck ausführen. Die Nebenfunktionen sind lustig, störend bis verheerend. Im schlimmsten Fall können Dokumente auf dem Internet publiziert oder die Festplatte gelöscht werden. Es können neben bekannten lokalen Programmen auch Bestandteile aus dem Internet ladbaren Dokumente mit Trojanischen Pferden versehen sein.

Würmer sind Programme, die sich selbst vermehren, aber im Unterschied zu Viren keine Wirtsprogramme benutzen.

Crash-Utilities sind Programme, welche den Zielrechner durch einfache Mittel zum Absturz bringen. Im Gegensatz zu Viren können sich diese Programme nicht selber verbreiten, sondern werden gezielt eingesetzt. Eine Kombination von Virus und Crash-Utility ist natürlich auch denkbar.

Scherzviren / Hoaxes
Hoaxes sind keine Viren, sondern Ketten-E-Mails, die vorgeben, vor Viren zu warnen. Typische Kennzeichen eines Scherzvirus sind die Behauptungen, dass der Virus extrem gefährlich ist und es derzeit kein Gegenmittel gibt sowie die Aufforderung, die Warnung an alle Bekannten weiterzuleiten. Gutgläubige Anwender reagieren meistens darauf und senden diese Mails weiter. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob es sich um einen Hoax oder um einen tatsächlichen Computervirus handelt, sehen Sie auf unserer täglich aktualisierten Hoaxliste nach.

Woran erkenne ich den Unterschied zwischen Hoax und echtem Virus?

  1. Echte Viren werden niemals mit Vorwarnung in den Umlauf gebracht.
  2. Hoaxes erhalten in der Betreffzeile den Begriff „Vorsicht Virus“ oder „Virenwarnung“.
  3. Als Quelle der vermeintlichen Virenwarnung wird gerne eine namhafte Firma genannt, der man eine solche Warnung abnimmt.
  4. Das Schadenspotenzial des Virus wird immer sehr drastisch und als noch nie dagewesen formuliert.

Leiten Sie keine derartigen Warnmeldungen weiter, sondern löschen Sie die E-Mail. Hoaxes belasten die Netzwerke und schüren unnötige Panik unter unerfahrenen Computerbenutzern. Informieren Sie den Absender der Mail über den Hoax, damit er ihn nicht weiter verbreitet.

Was können Viren anrichten?

Viren können den freien Informationsfluss, der durch die Vernetzung von PCs in den letzten Jahren ermöglicht wurde, empfindlich stören, ja sogar unterbrechen. Viren sind weit mehr als nur lästig, sie verursachen Schäden in Millionenhöhe. Die Arbeitszeitverluste sind noch weitaus höher und kaum zu bemessen. (Lesen Sie mehr zu den wirtschaftlichen Schäden durch Virenattacken hier) Sie stellen aber auch ein gravierendes Sicherheitsproblem dar, wenn sensible Daten ausgehorcht oder Betriebsgeheimnisse ausspioniert werden.

Nicht auszudenken, was passieren könnte, wenn ein Spaceshuttle von einem virenverseuchten Programm gesteuert wird, ein Fluglotse falsche Informationen von einem infizierten System erhält oder die Finanzdaten eines Unternehmens gelöscht oder dauerhaft verändert werden.

Noch sind das Utopien. Eine Vielzahl von Systemen wurde jedoch bereits von Computerviren befallen, darunter grosse Unternehmen, Regierungsstellen, Universitäten, Zeitungen und grosse Netzwerke, die zahlreiche Computer verbinden und ungeheure Datenmengen umfassen.

Was können Viren nicht?

Computerviren können keine Dateien auf schreibgeschützten Datenträgern infizieren und befallen in der Regel auch keine Dokumente – mit Ausnahme der Word-Makroviren: Sie greifen Dokumente und Vorlagen an, die in Word ab Version 6.0 erstellt wurden. Viren infizieren auch keine komprimierten Dateien. Es ist jedoch möglich, dass Dateien bereits infiziert waren, bevor sie komprimiert wurden. Viren befallen keine Hardware wie Monitore oder Computer-Chips, sondern ausschliesslich Software.

Wie viele Viren gibt es, wie viele sind in Umlauf?

Die Gesamtzahl der bekannten Viren liegt derzeit bei über 50.000. Da es keine einheitliche Konvention für die Kategorisierung und Benennung von Computerviren gibt, differieren die Angaben teilweise erheblich. Oft werden verschiedene Formen ein und desselben Virus mehrfach genannt.

Man unterscheidet zwischen den In-the-Wild-Viren – also denjenigen, die in freier Wildbahn vorkommen – und den Laborentwicklungen oder Zoo-Viren, die noch nie in Umlauf gekommen sind. Nur etwa 1 bis 2 Prozent aller bekannten Viren sind tatsächlich in Computern ausserhalb der Laborrechner gesichtet worden. (Quelle: Symantec AntiVirus Response Center SARC) Die WildList-Organisation dokumentiert monatlich, welche Viren weltweit aktiv sind.

Der erste dokumentierte Fall eines „In-the-Wild“-PC-Virus stammt von Oktober 1986. Damals tauchte der Virus „Brain“ aus Pakistan auf einigen Dutzend Disketten an der Universität Delaware, USA, auf. Heute befallen Computerviren über eine Million PCs jährlich.

Gegenmittel:

Antivirenprogramme

Zu den bekanntesten gehört sicher McAfee von NAI und Noten Antivirus von Symantec.

The Best: McAfee and Norton Antivirus

Für 50.- bis 70.- pro Arbeitsplatz erhalten Sie eine Einzellizenz (Netzwerklizenzen auf Anfrage) und sind geschützt auf über 98% aller Angriffe.

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Stand: 26. April 2006